Im Rahmen ihrer Sitzung am 16. Juni 2026 hat die Bundesseniorenvertretung der DVG wichtige personelle und inhaltliche Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Neben der Wahl eines neuen Vorstandes standen aktuelle gewerkschaftliche Themen sowie die Vorbereitung des bevorstehenden Gewerkschaftstages im Mittelpunkt der Beratungen.
1 Dank an die Gründungsmitglieder
Mit Professor Rudolf Forcher und Walter Jertzimbeck verabschiedeten sich zwei langjährige Vorstandsmitglieder aus der Führung der Bundesseniorenvertretung. Als Gründungsmitglieder haben sie den Aufbau und die Entwicklung der Seniorenvertretung über viele Jahre hinweg mit großem Engagement begleitet, maßgeblich gestaltet und nachhaltig geprägt. Für ihren wertvollen Einsatz und ihre Verdienste gebührt ihnen besonderer Dank und Anerkennung.
Der Bundesvorsitzende der DVG, Joachim Johannes, würdigte die Verdienste der beiden ausscheidenden Kollegen. Er hob insbesondere ihr großes Engagement und ihre erfolgreichen Bemühungen beim Aufbau und der Weiterentwicklung der Bundesseniorenvertretung hervor. Für ihren langjährigen Einsatz sprach er ihnen den Dank der Organisation aus und wünschte ihnen für die Zukunft Gesundheit und alles Gute.
2 Neuer Vorstand einstimmig gewählt
Im Anschluss an die Verabschiedung der bisherigen Vorstandsmitglieder wurde unter Leitung des Bundesvorsitzenden Joachim Johannes ein neuer Vorstand gewählt. Die Wahl erfolgte einstimmig.
Zum Vorsitzenden wurde Jürgen Jitschin (Niedersachsen), als stellvertretende Vorsitzende wurden Brigitte Schuldt (Berlin-Brandenburg) und Eberhard Strayle (Baden-Württemberg) gewählt sowie Karl-Heinz Bock (Sachsen-Anhalt) zum kooperativen Mitglied des Vorstandes. Mit diesem Vorstand ist die Bundesseniorenvertretung auch künftig gut aufgestellt, um die Interessen der Seniorinnen und Senioren innerhalb der Organisation und darüber hinaus wirkungsvoll zu vertreten.

3 Aktuelle Themen aus der Seniorenarbeit
Zu Beginn der Sitzung berichtete Professor Rudolf Forcher über die Ergebnisse der letzten Sitzung der Bundesseniorenvertretung des dbb.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand. Im Fokus standen dabei die Fortführung der Gewerkschaftsmitgliedschaft nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben sowie die Gleichbehandlung im Ruhestand als Zeichen der gesellschaftlichen Wertschätzung ehrenamtlicher Tätigkeit in den Gewerkschaften.
Ein weiteres wichtiges Thema war der Rechtsschutz im Zusammenhang mit der Einstufung in Pflegegrade. Gerade für ältere Mitglieder gewinnt dieser Bereich zunehmend an Bedeutung. Die Bundesseniorenvertretung setzt sich deshalb dafür ein, dass betroffene Kolleginnen und Kollegen auch in diesen Fragen eine verlässliche Unterstützung erhalten.
4 Vorbereitung des Gewerkschaftstages
Der Bundesvorsitzende Joachim Johannes informierte die Anwesenden über den bevorstehenden Gewerkschaftstag, der im November 2026 in Wernigerode stattfinden wird.
Angesichts der allgemeinen finanziellen Entwicklung und gestiegener Kosten wird dort auch über eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge beraten werden. Die Beitragssätze sind seit mehr als zehn Jahren unverändert geblieben. Vorgesehen ist, mögliche Erhöhungen künftig in kleinen und nachvollziehbaren Schritten vorzunehmen.
Um die Kosten im Rahmen zu halten, wird der Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf das notwendige Maß begrenzt. Neben finanziellen Fragen stehen auch Satzungsänderungen sowie verschiedene Anträge auf der Tagesordnung des Gewerkschaftstages.
5 Anträge einstimmig verabschiedet
Nach den Vorstandswahlen befasste sich das neu gewählte Gremium mit den vorliegenden Anträgen der Bundesseniorenvertretung an den Gewerkschaftstag. Alle Anträge wurden einstimmig angenommen.
Die zentralen Anliegen der Bundesseniorenvertretung spiegeln sich auch in ihren Anträgen wider. Dabei geht es zum einen um die Gleichstellung aller Mitglieder des dbb im Bereich des Rechtsschutzes. Die derzeit bestehende unterschiedliche Behandlung von berufstätigen Mitgliedern und Kolleginnen und Kollegen im Ruhestand wird als nicht gerechtfertigt angesehen.
Zum anderen setzt sich die Bundesseniorenvertretung für eine einheitliche Regelung ein, die auch eine steuerrechtliche Gleichbehandlung umfasst. Diese wird als Ausdruck gesellschaftlicher Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeit in den Gewerkschaften verstanden.
Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Auseinandersetzung mit Altersdiskriminierung. Noch immer herrscht in Teilen der Gesellschaft das überholte Bild vor, Menschen im Ruhestand seien grundsätzlich gebrechlich oder pflegebedürftig. Dieses Klischee entspricht jedoch nicht der Realität.
Seniorinnen und Senioren leisten einen unverzichtbaren Beitrag für das Gemeinwesen. Sie engagieren sich in Familien, unterstützen Kinder und Enkel, übernehmen Verantwortung in Vereinen und Verbänden und bringen ihre Erfahrungen in vielfältiger Weise in das gesellschaftliche Leben ein.
Ohne dieses ehrenamtliche Engagement vieler älterer Menschen wären zahlreiche gesellschaftliche Aufgaben kaum zu bewältigen. Deshalb sollte die Erfahrung und Kompetenz älterer Menschen stärker genutzt und wertgeschätzt werden. Die Bundesseniorenvertretung setzt sich dafür ein, dass die Leistungen der Seniorinnen und Senioren stärker wahrgenommen werden und sie die Anerkennung erhalten, die ihnen zusteht. Auch in Judikative und Executive sollte die Lebenserfahrung genutzt werden.
Neben den genannten Themen werden weitere Anträge gestellt z. B. zur Aktivrente, keine Einmalzahlungen, sondern lineare Erhöhungen in den Entgelttabellen, finanzieller Aufwand von Rentnerinnen und Rentnern für die Gewerkschaft, Beachtung von Sozialabgaben wie Krankenkassenbeiträge beim Nettoeinkommen der Gewerkschaftsmitglieder.
Daneben werden die Dauerthemen „Situation des öffentlichen Dienstes“ und „Angriffe auf das Berufsbeamtentum“ auch die Bundesseniorenvertretung beschäftigen.
6 Erfolgreiche Sitzung mit Blick nach vorn
Die Sitzung der Bundesseniorenvertretung hat deutlich gemacht, dass die Interessen der Seniorinnen und Senioren weiterhin engagiert vertreten werden. Mit dem neu gewählten Vorstand und den beschlossenen Anträgen wurden wichtige Voraussetzungen geschaffen, um die Anliegen der älteren Kolleginnen und Kollegen auch künftig mit Nachdruck einzubringen.
Zum Abschluss der Veranstaltung dankte der Vorsitzende allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die konstruktive Zusammenarbeit und wünschte ihnen eine gute und sichere Heimreise.
Bild: Joachim Johannes (DVG Bundesvorsitzender), DVG Bundesseniorenvertretung: Jürgen Jitschin, Karl-Heinz Bock, Brigitte Schuldt, Eberhard Strayle, v.l.n.r., Bild: DVG Bund